Projekte

Sanktionspraxis in der Schweiz – statistisches Grundmaterial

Ziel dieses Projektes ist die statistische Aufbereitung und graphische Darstellung aller verfügbaren Daten zur Sanktionsaussprache, insb. zu freiheitsentziehenden Sanktionen, zwischen 1800 und heute. Ein besonderes Augenmerk gilt der sozialgeschichtlichen Interpretation der beobachteten Trends.

Das Bundesamt für Statistik (Bearbeitung D. Fink) machte 2007 alle damals verfügbaren Publikationen zu den in der Schweiz zwischen 1906 und 1985 ausgesprochenen Strafurteilen im Portal Statistik Schweiz zugänglich. Es ist vorgesehen, die Dokumentation der Sanktionspraxis im 19. Jahrhundert fortzusetzen, die vorhandenen Daten zu harmonisieren und als Gesamtdarstellung sowohl als Publikation wie als Datensammlung über gefo.ch zugänglich zu machen.

Zudem sollen, zu Vergleichs- und Kontrollzwecken, Datensätze zur Sanktionspraxis einzelner Kantone zusammengestellt und publiziert werden, allen voran die Zeitreihen der Kantone GE, VD, NE, BS-BL und ZH.

Eine erste kleine Übersicht zur Thematik erschien in der von D. Fink redigierten und P. Schulthess gestalteten Broschüre Überwachen statt Einsperren, die 2009 vom Bundesamt für Statistik verlegt wurde.

Weitere Ergebnisse dieses Datenprojektes wurden in der im März 2015 erschienenen Gesamtdarstellung Strafrecht, Freiheitsentzug, Gefängnis (Herausgeber D. Fink, P. Schulthess) veröffentlicht.

Die Graphiken der oben erwähnten Broschüre wurden im Mai 2017 aktualisiert und einem Kreis von Interessierten in der Broschüre mit dem Titel Überwachen statt einsperren, Ausgabe 2017, zugestellt. Siehe den Link auf die Broschüre in der Publikationsseite gefo.ch.

Die Zeitschrift plädoyer veröffentlicht einen Beitrag von D. Fink zur Evaluation der Sanktionspraxis seit 2007, analysiert im Vergleich mit der Zeit vor der Revision, unter dem Titel: Ein wissenschaftliches Lob für die bedingte Geldstrafe (plädoyer, no. 5/17, September 2017). Ein weiterer Beitrag mit Schwerpunkt Welchschweiz erschien unter dem Titel: Le succès de la peine pécuniaire avec sursis (plaidoyer, Nr. 1/18, Februar 2018). Ein letzter Artikel wird zur Sanktionspraxis im Tessin erscheinen.

Im Mai 2018 erscheint das Buch von Daniel Fink mit dem Titel: Freiheitsentzug in der Schweiz. Siehe Publikationen.

 

Freiheitsentzug in der Schweiz – statistisches Grundmaterial

Ziel dieses Projektes ist die statistische Aufbereitung und grafische Darstellung aller verfügbaren Daten zu den Einrichtungen des Freiheitsentzug, zu den Haftplätzen und zur Gefangenenpopulation.

Das Bundesamt für Statistik (Bearbeitung D. Fink) machte 2007 alle damals verfügbaren Publikationen zu den zwischen 1890 und 2007 veröffentlichten Inventaren über die Ein­richtungen des Freiheits­entzugs im Portal Statistik Schweiz zugänglich. Ebenfalls zur Verfügung stehen seit 2007 alle zwischen 1890 und 1941 publizierten Gefängnis­statistiken mit Daten zu Ein­weisungen, Entlassungen und Beständen.

Erste Ergebnisse dieses Datenprojektes wurden in der im März 2015 erschienenen Gesamt­darstellung Strafrecht, Freiheit­sentzug, Gefängnis (Herausgeber D. Fink, P. Schulthess) publiziert.

Ehemalige Gefängnisse und was aus ihnen geworden ist

Pénitencier cantonal in Sion. Heute Ausstellungräume der Kantonalen Museen. Fotografie D. Fink

Ziel dieses Projektes ist die Berichterstattung über den baulichen Erhalt und den heutigen Einsatz aller Gebäude in der Schweiz, die in den letzten 200 Jahren als Gefängnisse eingesetzt wurden. Das besondere Augenmerk gilt dem denkmal­schützerischen Erhalt der Gefängnis­gebäude als Ganzes oder der Gefängnis-Innen­einrichtung in Gebäuden, die nur zum Teil als Einrichtung des Freiheits­entzugs gedient haben. Dabei ist auch über die meist multiplen neuen Funktionen dieser Gebäude ‒ sei es als Museum, Galerie und Ausstellungsort, Kultur­raum, Jugend­zentrum, Haus der Vereine, Bibliothek, Hotel, neben vielen anderen ‒ und die Tätigkeiten der Ämter für Denkmalschutz zu berichten. Dieses Projekt stellt gewisser­massen die Kehrseite der Inventarisierung und Berichterstattung über die umfassende und andauernde Modernisierung des schweizerischen Gefängnis­systems dar, in deren Zentrum die Frage nach der Gefängnis­architektur steht.

Gegenwärtig wird gesamtschweizerisch das Inventar der schweizerischen Straf­anstalten und Gefängnisse von Hartmann/Gohl von 1895, in dem rund 200 Einrichtungen des Freiheitsentzugs verzeichnet sind, statistisch nach Gebäudeart, -zustand und -alter sowie Bauart und -substanz ausgewertet und analysiert. Da nahezu die Gesamt­heit dieser Einrichtungen nicht mehr in Funktion ist, wird in einem zweiten Schritt deren heutiger Verwendungs­zweck untersucht.

Die Ergebnisse wurden in einem ersten Beitrag unter dem Titel Le patrimoine carcéral de la Suisse: son émergence et ses formes in der Revue d'histoire pénitentiaire - einsehbar im Website criminocorpus.hypothèses.org - veröffentlicht.

Ein weiterer Beitrag zum Thema erschien unter dem Titel Prison, architecture pénitentiaire et patrimoine carcéral en Suisse in der Zeitschrift k+a Kunst und Architektur (No 3, 2017, September 2017; Verlag GSK).

Reflexionen zur Thematik werden in einem weiteren Artikel unter dem Titel Qu'est-ce que le patrimoine carcéral? Le cas de la Suisse in Kürze erscheinen.

Gefängnisfotografie in der Schweiz

Kantonale Strafanstalt Lenzburg, 1863. Eine der ersten Gefängnisfotografien der Schweiz. Unbekannter Fotograf.

Geschlossene Institutionen wie Gefängnisse und Strafanstalten kennen seit jeher ein ambivalentes Verhältnis zur Fotographie. Einerseits verschliessen sie sich aus Sicherheitsgründen, wegen Persönlichkeitsschutz, zur Wahrung der Anonymität des Personals, neben anderen Motiven, der Fotografie. Andererseits haben die Verantwortlichen auch ein (Eigen-)Interesse an einer "schönen", wirkungsvollen Darstellung von Gebäuden und vom Leben in ihren Einrichtungen. Auch die Fotografen stehen in einem ähnlichen Verhältnis zu diesen Institutionen, insofern sie sich den auferlegten Beschränkungen mehr oder weniger freiwillig unterziehen und, je nach persönlichem Standpunkt, eine beschönigende, neutrale oder eher anklägerische Haltung einnehmen.

Ziel dieses Projektes ist es, Bildmaterial zu allen Gebäuden des Freiheitsentzuges in der Schweiz zusammen­zustellen. Dieses fotografische Inventar begleitet die statistischen Inventarisierungsarbeiten zu den Einrichtungen des Freiheitsentzuges.

Eine erste Publikation zum Thema ist in Vorbereitung.